
Das goldene Elixier: Die Wunder und Anwendungen von Ghee im Ayurveda
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Herstellung von hausgemachtem Ghee
Ghee ist geklärte Butter, der durch Kochen Wasser, Eiweiß und Zucker entzogen wurden. Ghee wird im Ayurveda auf vielfältige Weise eingesetzt und genießt einen besonderen Stellenwert. Die Herstellung ist einfach und erfordert nur wenig Zeit. Da Ghee auch außerhalb des Kühlschranks monatelang frisch bleibt, lohnt es sich immer, eine größere Menge herzustellen. In der Literatur wird sowohl Süßrahm- als auch Sauerrahmbutter für die Ghee-Zubereitung beschrieben. Testen Sie einfach selbst, welche Variante Ihnen besser schmeckt. Idealerweise verwenden Sie lokal produzierte Butter.
Bringen Sie die Butter in einem Topf zum Kochen. Sie sollte nicht stark sprudeln, sondern sanft köcheln. Dabei verliert die Butter ihr Wasser. Das Eiweiß und der Zucker setzen sich am Boden des Topfes ab – zunächst als Schaum und später in Form von Körnchen. Der weiße Schaum kann mit einer Schöpfkelle abgeschöpft werden.
Nach etwa 30 Minuten sollten Sie am Herd bleiben und immer wieder umrühren. Wenn die Butter klar geworden ist und Sie bis auf den Boden des Topfes sehen können (was nach ca. 30–45 Minuten der Fall ist), haben sich Eiweiß und Zucker in kleinen Stücken am Boden abgesetzt. Warten Sie nun, bis diese Stücke goldbraun sind – dann ist das Ghee fertig. Rühren Sie ständig weiter, damit Eiweiß und Zucker nicht verbrennen. Gießen Sie das warme Ghee durch ein mit einem dünnen Tuch oder Küchenpapier ausgelegtes Sieb und bewahren Sie es in einem verschließbaren Glasbehälter auf.
Mittlerweile ist Ghee in fast allen Supermärkten erhältlich. Die eigene Herstellung ist jedoch wesentlich günstiger und definitiv besser im Geschmack. Achten Sie beim Kauf von Ghee darauf, dass es gekocht und nicht zentrifugiert wurde. Zentrifugiertes Ghee besitzt nicht die Eigenschaften von gekochtem Ghee und ist kein vollwertiger Ersatz!
Ghee in der Medizin
Kräuter und andere Wirkstoffe werden oft zusammen mit Ghee zu Arzneimitteln verarbeitet, da Ghee ein hervorragender Trägerstoff ist. In Indien gibt es sogar hundertjähriges Ghee, dem eine ganz besondere Wirkung nachgesagt wird. Während einer klassischen Reinigungskur (Panchakarma-Kur) trinken die Patienten in den ersten Tagen häufig Ghee, bis der Körper vollständig damit gesättigt ist. Toxine im Körper werden durch das Ghee gebunden und können anschließend durch therapeutisches Erbrechen, Einläufe und Massagen ausgeleitet werden.
Ghee in der Ernährung
Ghee ist ein weit verbreitetes Speisefett. Es schmeckt wunderbar nussig und ist leicht verdaulich, da es vom Darm gut aufgenommen wird. Es kann sehr hoch erhitzt werden und gehört dank seines hohen Anteils an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu den unproblematischsten Fetten. Ghee nährt alle Körpergewebe, ohne dick zu machen. Dennoch sollten Sie Ihren Fettbedarf zusätzlich durch zwei andere Fette/Öle decken. Durch die Eliminierung des Eiweißes sollten selbst Allergien kein Problem darstellen.
Ghee in der Kosmetik
Ghee ist ein wunderbares Mittel zum Abschminken. Sogar wasserfeste Mascara lässt sich damit mühelos entfernen. Schließen Sie das Auge und reiben Sie eine kleine Menge Ghee sanft in den Wimpernkranz ein. Anschließend z. B. mit einem Wattepad abnehmen und mit lauwarmem Wasser abspülen. Es brennt nicht in den Augen und pflegt gleichzeitig die Haut. Ghee wirkt leicht feuchtigkeitsspendend. Der klassische indische Kajal besteht übrigens aus Holzkohle und Ghee.
Ghee für Massagen
Ghee wird auch anstelle von Massageölen verwendet, da es sehr gut in die Haut einzieht. Speziell medizinierte Massageöle zur Beruhigung von Vata können Ghee enthalten (nicht nur aus Kuh-, sondern auch aus Ziegenmilch).
Ghee als Hausmittel
Am Abend auf die Fußsohlen aufgetragen, fördert Ghee einen tiefen Schlaf. Auf die Nasenschleimhäute aufgetragen, schützt es vor Erkältungen. Das Trinken von 2 Teelöffeln Ghee am Abend vor dem Schlafengehen mit einer Tasse warmer Milch hat eine mild abführende Wirkung. Als Trägerstoff für Kurkuma – damit vermischt und auf die Haut aufgetragen – wirkt es entzündungshemmend, wodurch kleine Wunden oder eitrige Stellen besser heilen (Hinweis: Kurkuma färbt leider sehr stark gelb).
